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Unterschutzstellung der Kirche Guckheim

Unterschutzstellung der Kirche Guckheim
Unterschutzstellung der Kirche Guckheim

Bei der in der Zeit 1961 - 63 errichteten Pfarrkirche "St. Johannes" in Guckheim handelt es sich um einen schlichten Bau des Architekten Hans Busch (1911-1990) mit einem rechteckigen Grundriss. Der nicht geastete Saalbau befindet ich auf einem parkartig gestalteten Grundstück. Ein ursprünglich vorgesehener Campanile wurde nicht ausgeführt. Der dem Schema einer Wegekirche folgende Bau ist an seinen Längsseiten mit dekorativem Basaltmauerwerk ausgestaltet. Die nicht durchgefensterte geneigte Nordfassade ist mit einer Kupferverkleidung versehen. Die gegenüberliegende, in Südwestrichtung orientierte, ebenfalls geneigte Eingangsfassade, ist als durchfenstertes Betonraster ausgeführt. Belichtet wird die Kirche durch schlitzartige Fenster an der einen Längsseite und ein großes buntverglastes Fensterfeld an der anderen, der Landesstraße L300 zugewandten Seite. Zusätzlich gibt es hier ein horizontales Fensterband, dessen Bleiverglasung den Kreuzweg zum Thema hat. Der Bau gewinnt seine gestalterische Qualität auch durch die Verjüngung der Vorder- und Rückfassaden nach oben, die durch das wangenartige Hervortreten der Längswände zusätzlich betont wird. Der Innenraum ist von äußerster Schlichtheit geprägt. Man betritt den Raum unter filigranen Empore. Bemerkenswert ist das bauzeitliche, dem Raum völlig angemessene Gestühl. Der Altarbereich ist durch die Stufenanlage und die großzügige in die südwestliche Fassade geschnittene Farbverglasung gestalterisch hervorgehoben. Altar und Ambo sind von großer Einfachheit. Hinter dem Altar befindet sich eine, in Anlehnung an die Außenfassadengestaltete, kulissenartige Basaltwand, in die der Tabernakel eingelassen ist. Die Innenwände sind weiß gekalkt. Decke und Wand hinter dem Altar sind mit einer vereinheitlichenden, in schmale Streifen gegliederten Holzverkleidung versehen.

Die Kirche "St Johannes" ist ein Zeugnis für den Kirchenbau Nachkriegsmoderne im Bistum Limburg. Sie nimmt einige Tendenzen aus der liturgischen Bewegung innerhalb der katholischen Kirche auf, so die Einraumidee und das Streben nach großer Schlichtheit des Innenraums. Gleichwohl ist die Kirche noch vorkonziliar geprägt. Weiterhin ist sie ein Zeugnis für das baukünstlerische Schaffen des Architekten Hans Busch aus Frankfurt, der für das Bistum Limburg zahlreiche Kirchen entwarf (§ 3 Abs. Satz 1 Nr. 1a DSchPflG). Sie ist kennzeichnendes Merkmal der Ortsgemeinde Guckheim. (§ 3 Abs. Satz 1 Nr. 1c DSchPflG).

An der Erhaltung und Pflege der katholischen Pfarrkirche "St. Johannes" in Guckheim sowie ihrer Ausstattung besteht aus wissenschaftlichen, künstlerischen und architekturgeschichtlichen Gründen (§ 3 Abs. Satz 1 Nr. 2a DSchPflG), zur Förderung des geschichtlichen Bewusstsein (§ 3 Abs. Satz 1 Nr. 2b DSchPflG) und zur Belebung und Werterhöhung der Umwelt Gründen (§ 3 Abs. Satz 1 Nr. 2c DSchPflG) ein öffentliches Interesse.

Geschichtliches

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Text der Urkunde in der Zeitkapsel des Grundsteins
[hier lesen]